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Jose Simon auf dem Segelschiff „Platessa“; Foto:www.asg-du.de Jose Simon auf dem Segelschiff „Platessa“; Foto:www.asg-du.de

Sozialarbeiter Christian Junghans begleitete zwei Männer mit Behinderung zum „Erlebnissegeln“. Die Woche auf See war ein Abenteuer und gleichermaßen Erholung für die Seele.

„Ich habe ihn noch nie so entspannt gesehen“

Christian Junghans und sein Team vom Ambulant Betreuten Wohnen der Amalie Sieveking Gesellschaft Duisburg betreuen Menschen mit Behinderungen in ihrem Zuhause. Sie helfen ihnen, ihren Alltag zu bewältigen: Haushalt, Finanzen, Arztbesuche, Freizeitgestaltung. Doch nur wenige ihrer Klienten können oder möchten verreisen.

Umso mehr haben sich Jose Simon und Maik Wiethe gefreut, als Christian Junghans sie zum „Erlebnissegeln“ auf der Ostsee einlud. Im August waren sie eine Woche gemeinsam unterwegs.

„In Eckernförde sind wir mit anderen Menschen mit Behinderungen und ihren Betreuern an Bord der ‚Platessa‘, einem 80 Jahre alten Segelschiff, gegangen“, erzählt der Sozialarbeiter. „Es war für sechs Tage unser Zuhause auf See.“ Ein sehr spartanisches Zuhause: Wasser kam aus einem Tank und musste sehr sparsam verwendet werden, Strom gab es nur im Hafen, und auf dem Schiff galten strenge Regeln. Jeder hatte seine Aufgabe, zum Beispiel Kochen, Putzen, Segelsetzen. Die Kommandos gab der Skipper.

Jose Simon, der zum ersten Mal mit einem Segelschiff fuhr, erinnert sich gern an die Woche auf See: „Es war gut, gar nicht anstrengend“, erzählt er lächelnd. Jeden Abend rief er seine Familie von einem anderen Hafen an, um von seinen Eindrücken zu berichten. Bis vor vier Jahren lebte der 46-Jährige noch bei seinen Eltern. „Es ist gut, dass er jetzt seine eigene Wohnung hat“, findet sein Vater Wolfgang Simon. „Durch die Arbeit in der Werkstatt und die Unterstützung der Mitarbeiter des Ambulant Betreuten Wohnens ist sein Alltag strukturiert. Er ist dadurch zufriedener und selbständiger geworden.“

Auf See entwickelte sich zwischen Jose Simon und Christian Junghans eine ganz neue Beziehung. Klient und Betreuer erlebten eine Nähe, wie sie im Alltag kaum möglich ist. „Der Segeltörn war ein echtes Abenteuer – schließlich wussten wir morgens nie so genau, wo wir abends anlegen werden. Es war jedoch zu keiner Zeit gefährlich“, betont der Sozialarbeiter. „Die Gemeinschaft war toll, und ich habe Jose noch nie so entspannt gesehen. Wir sind alle sehr erholt und um viele schöne Erfahrungen bereichert zurückgekehrt.“

 

Text und Bild: www.asg-du.de

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13.09.2016



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