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Stephan Kiepe-Fahrenholz; Foto: www.diakonie-duisburg.de Stephan Kiepe-Fahrenholz; Foto: www.diakonie-duisburg.de

Diakonie gegen Armut - Serie der Diakonie RWL

Sozialhilfe statt Strukturwandel – Armut im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet gilt als armutspolitische Problemregion Nummer 1 in Deutschland. Nirgendwo sonst ist die Armut in den vergangenen zehn Jahren so stark gewachsen. Jeder Fünfte gilt hier als arm. Das sind eine Million Menschen. Stephan Kiepe-Fahrenholz, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Duisburg, lebt und arbeitet seit über dreißig Jahren im Ruhrgebiet. Ein Interview.

Wie lebt es sich in einer Stadt, die bundesweit den Ruf hat, besonders arm zu sein?

Ich wohne gerne in Duisburg. Hier gibt es viele Menschen, die offen und direkt sind. Das gefällt mir. Wie überall im Ruhrgebiet sammeln sich die armen Menschen - darunter viele Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende, Kinderreiche und Migranten - in bestimmten Vierteln vorwiegend im Norden der Stadt. Dort zeigt sich deutlich, dass Duisburg den viel beschworenen Strukturwandel nicht geschafft hat. Viele Häuser sind heruntergekommen, Geschäfte stehen leer, die Straßen sind voller Müll. In diesen Stadtteilen ballt sich die Kombination von schwierigen ökonomischen Verhältnissen und billigem Wohnraum. Wenn Sie nach Süden fahren, etwa nach Kaiserberg, bestimmen dagegen Villen das Bild des Stadtteils. 

Warum hat Duisburg den Strukturwandel nicht geschafft?

Kohle und Stahl haben die Städte im Ruhrgebiet nach dem Zweiten Weltkrieg innerhalb kürzester Zeit zu Boomregionen gemacht. Doch für die vielen Arbeitsplätze, die in der alten Montanindustrie entstanden sind, gab es nach deren Abbau keinen gleichwertigen Ersatz. Bochum hat mit seinen Universitäten und Hochschulen auf den Bildungsbereich gesetzt, Essen auf den Dienstleistungssektor und Duisburg auf den Transport- und Logistikbereich. Aber dort sind letztlich nur ein paar tausend Stellen entstanden. Seit den achtziger Jahren gingen aber alleine in Duisburg mehrere zehntausend Arbeitsplätze verloren. Die Stadt hat heute rund 500.000 Einwohner, aber nur gut 140.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.

 

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Text: Sabine Damaschke, www.diakonie-rwl.de; im Rahmen von „Diakonie gegen Armut - Serie der Diakonie RWL“

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10.05.2017



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