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Der Hauptsitz in Meiderich; Foto: www.cwdu.de Der Hauptsitz in Meiderich; Foto: www.cwdu.de

Evangelisches Christophoruswerk e.V.

Christophoruswerk fordert für das Frauenhaus Duisburg die Umsetzung der Versprechen im NRW-Koalitionsvertrag

Die Frauenhaus Duisburg gGmbH in Trägerschaft des Ev. Christophoruswerkes ist Deutschlands erstes und ältestes evangelisches Frauenhaus. 1978 gegründet, ist es seither wichtiger Bestandteil des Duisburger Unterstützungsnetzes für Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Im letzten Jahr fanden 70 Frauen und 88 Kinder Schutz im Frauenhaus Duisburg gGmbH.

„Mit großer Freude konnten wir im Koalitionsvertrag der neuen NRW-Koalition von CDU und FDP lesen, dass die Arbeit der Mitarbeiterinnen in Frauenhäusern nicht nur geschätzt, sondern als unverzichtbar anerkannt wird. Wir teilen diese Einschätzung!", sagt Karin Bartl, Leitung der Frauenhaus Duisburg gGmbH und ergänzt: „Leider übersteigt die Nachfrage die Angebotsmöglichkeiten. In diesem Jahr haben wir bereits ca. 240 Platzanfragen ablehnen müssen, in den meisten Fällen war kein freier Platz mehr im Frauenhaus vorhanden."

Gerne würde das Frauenhaus Duisburg mehr Frauen unterstützen, aber der aktuelle Personalschlüssel sowie die vollkommen unzureichende Finanzierung des Frauenhauses lassen dies nicht zu. Aktuell werden die Personalkosten nur noch zu 54% durch den Zuschuss des zuständigen Ministeriums gedeckt; im Jahr 2018 nur noch zu 50%. Die Kosten für Miete und Nebenkosten werden durch die Nutzungsentgelte getragen, die Frauen im Frauenhaus zahlen – ggfs. mitfinanziert von Jobcenter und Sozialamt. Alle Sachkosten und die restlichen Personalkosten aber können nur durch Spenden finanziert werden. Hier ist das Frauenhaus Duisburg seit Jahren von einem großzügigen Duisburger Großspender abhängig. Sollte dieser sein Engagement signifikant reduzieren oder einstellen, müsste das Frauenhaus Duisburg schließen.

„Eine existenzbedrohende und unhaltbare Situation.", sagt Karin Bartl und fährt fort: „Zudem kann es nicht sein, das unsere Mitarbeiterinnen einen guten Teil ihrer Arbeitszeit für Spendenakquise und das Stellen von Anträgen an Stiftungen aufwenden müssen." Auch kann die echte Beratung der schutzsuchenden Frauen oft erst beginnen, wenn die Frauen alle Anträge zur Sicherung des Lebensunterhaltes gestellt haben und sie den Kopf für neue Perspektiven „frei" haben. „Unhaltbar, weil das einer akuten Notsituation nicht angemessen ist.", findet man im Frauenhaus Duisburg.

Die Frauenhaus Duisburg gGmbH hat nun einen Brief an die zuständige neue Ministerin Ina Scharrenbach geschrieben. Darin fordert das Frauenhaus Duisburg eine Finanzierung, die es allen gewaltbedrohten und gewaltbetroffenen Frauen ermöglicht, in einem Frauenhaus Schutz zu finden, unabhängig von Nationalität, Aufenthaltsstatus, Arbeitssituation, Religion, bisherigem Wohnort usw. Die im Koalitionsvertrag benannte „solide Finanzierung" umfasst nach Auffassung des Frauenhaus Duisburg die Personalkosten, nötige Sachausgaben, die Miete, Nebenkosten und Instandhaltungskosten in vollem Umfang. Einzig und allein dadurch könne die Existenz des Frauenhauses sichergestellt werden, um wirklich allen Frauen, die Gewalt erleiden mussten, die notwendige Unterstützung anbieten zu können.

Text: www.cwdu.de, 10.8.2017

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11.08.2017



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