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Duisburger Trägerkreis Offener Ganztag Duisburger Trägerkreis Offener Ganztag

Trägerkreis Offener Ganztag in Duisburg

Kritik am OGS: Generelle Unterfinanzierung und kein verpflichtendes Mittagessen

Der Offene Ganztag in Duisburg sei weit von den Standards der Jugendhilfe entfernt. Grund dafür sei die generelle Unterfinanzierung durch die Landesregierung und die Kommunen, kritisiert der Trägerkreis Offener Ganztag in Duisburg in einer Pressemitteilung. Zudem sei es ein Skandal, dass Duisburg eine der letzten Kommunen ist, die kein verpflichtendes Mittagessen eingeführt hat.

Seit Jahren beklagen die Träger der Offenen Ganztagsschulen in Duisburg die mangelhafte Situation. „Wir sind weit von den Standards der Jugendhilfe und dem entfernt, was die Erziehungs‐ und Bildungswissenschaft empfiehlt. Wir reden nicht von pädagogischen Fantastereien, sondern von grundlegenden menschlichen Bedürfnissen der Kinder und den Arbeitszuständen für die Mitarbeitenden“ formuliert der Trägerkreis Offener Ganztag Duisburg in einer Pressemitteilung. In Duisburg trifft es die Kinder, Eltern und Träger des Offenen Ganztags an den Grundschulen besonders hart.

Ausschlaggebender Grund für diese Situation ist die generelle Unterfinanzierung durch die Landesregierung und durch die Kommunen! Die Höhe des kommunalen Eigenanteils zur Finanzierung eines OGS Platzes schwankt von Kommune zu Kommune, da die Kommune diesen selbst festlegen kann. In Duisburg erhalten die Träger des Offenen Ganztages einen der geringsten kommunalen Anteile in ganz NRW und den Trägern stehen somit nur 45% der benötigten Summe zu einer auskömmlichen Finanzierung zur Verfügung, weiß Corinna Stanioch vom Caritasverband Duisburg zu berichten. Neben der Qualität wirkt sich diese Unterfinanzierung unmittelbar auf die Trägerlandschaft in Duisburg aus, so dass zwei Träger ihr Angebot deshalb minimieren oder einstellen mussten. Es ist nötig, dass sich auch die Kommunalpolitik in Duisburg mit dem Thema auseinandersetzt und sich ebenfalls für eine Anhebung der Finanzierung und des kommunalen Eigenanteils einsetzt.

Zudem hat die Stadt Duisburg die Anzahl der OGS‐Betreuungsplätze auf rund 5.300 Plätze stadtweit gedeckelt. Trotz mehrfacher Hinweise seitens der Träger als auch Rückmeldungen durch Eltern und Schule, dass die Anzahl der Plätze nicht ausreicht, wird der stark über den vorgehaltenen Plätzen liegende Bedarf weitestgehend ignoriert. Für das Schuljahr 2017/18 wurden nach massiven Elternprotesten für 125 Familien eine Härtefallregelung anerkannt und konnten einen OGS‐Platz kurzfristig erhalten. Allerdings sehen die politisch Verantwortlichen in Duisburg darin keinen Anlass, die Deckelung aufzuheben, beklagt Manfred Schmidt, Vorstandsvorsitzender von Rapunzel Kinderhaus e.V.

Hinzukommt, dass Duisburg eine der letzten Kommunen ist, die kein verpflichtendes Mittagessen eingeführt haben. In Duisburg müssen die Träger immer noch zwischen ‚Kalt‐ und Warmessern‘ unterscheiden, obwohl dies zu einem pädagogisch gestalteten Ganztag dazugehören sollte. Viele Familien können oder wollen trotz Unterstützung aus dem Bildungs‐ und Teilhabepaket das Mittagessen nicht zusätzlich bezahlen. Die Leidtragenden sind die Kinder, die an einem Schultag, der von 8 bis 16 Uhr dauert, keine warme Mahlzeit erhalten. Dr. Marcel Fischell, Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerkes Duisburg, ist empört: „Dies ist für Duisburg ein Skandal! Hier trifft die Armut der Bevölkerung wiedermal diejenigen, die sich nicht wehren  können und politisch auch keine Lobby haben – die Kinder. Die Kommunalpolitik ist hier aufgefordert, diesen Zustand zu beenden, und ein verpflichtendes Mittagessen für alle Kinder in der Betreuung einzuführen.“

gez. Trägerkreis Offener Ganztag in Duisburg Duisburg, den 13.09.2017

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15.09.2017



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