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Sieghard Schilling, Geschäftsführer des Diakoniewerkes Duisburg; Foto: www.diakoniewerk-duisburg.de Sieghard Schilling, Geschäftsführer des Diakoniewerkes Duisburg; Foto: www.diakoniewerk-duisburg.de

Diakoniewerk Duisburg

Sieghard Schilling geht in den Ruhestand

Pädagogischer Leiter im Verein für Jugendsozialarbeit, Geschäftsführer im Diakonischen Werk und dann seit über 20 Jahren Chef des Diakoniewerkes, insgesamt 38 Jahre im Dienste der Duisburger Diakonie:  Sieghard Schilling geht Ende des Monats in den Ruhestand.

Der Leiter des Duisburger Diakoniewerkes verabschiedete sich von der Duisburger Synode, dem evangelischen Kirchenparlament, mit einem Brief, der auf der Novembertagung verlesen wurde.

„Hohe Synode, sehr geehrter Herr Superintendent, lieber Armin,

da ich nicht an der Synode teilnehmen kann, weil meine leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mich zu einem Abschiedsseminar in Xanten eingeladen haben, möchte ich mich auf diesem Weg von Ihnen aus meinem aktiven Dienst für meine Diakonie und meine Kirche verabschieden.

Ich gehe zum 1. Dezember in den Ruhestand und bin natürlich dementsprechend aufgeregt. Ich war 38 Jahre in der Diakonie in Duisburg beschäftigt und habe in dieser Zeit viel erlebt, viel gelernt und viele Menschen getroffen, die mir geholfen haben, meine Aufgaben zu erfüllen.

Natürlich komme ich nicht umhin, bei meinem Abschied auch darüber nachzudenken, warum und weshalb wir uns manchmal schwer getan haben, in Kirche und Diakonie einfach zusammenzuleben und zu arbeiten, anstatt viele theologische und sinnlose Diskussionen über das Verhältnis von Kirche und Diakonie zu führen.

Ich habe schöne Erinnerungen daran, wie ich in meiner Funktion auch dazu beitragen konnte, ganz konkret mit den Gemeinden Projekte umzusetzen.

Die Diakonie ist Kirche und ich bin froh darüber, dass wir in den letzten Jahren keine Klärungsdebatten mehr führen, sondern einfach für jeden erkennbar als Einheit auftreten und wirken.

Natürlich ist es Zufall, aber dass ich in dem Jahr in den Ruhestand gehe, in dem wir 500 Jahre Reformation feiern, ist für mich persönlich die beste „Abrundung“ für mein Arbeitsleben.

Ich habe mich immer zugehörig gefühlt und meine Kirche hat mir den notwendigen Schutzraum gegeben, damit ich ohne Wenn und Aber und Opportunismus meine Arbeit erledigen konnte. Die Freiheit eines „Christenmenschen“. Ja, das hat mich gestärkt, das hat mich zuversichtlich gemacht und das hat dazu geführt, dass ich auch in extremen Situationen nie den Mut verloren habe.

Das ist ein gutes Gefühl und ich bin dankbar dafür und danke Gott dafür, dass er mich in den Dienst der Duisburger Diakonie gestellt hat. Wir sind in Duisburg etwas Besonderes, weil aus meiner Erfahrung die Tragfähigkeit von Beziehungen, die im Arbeitsleben entstehen, einen hohen Stellenwert hat. Es gibt keine Alternative zum Miteinander, zur Solidarität und zur Nächstenliebe.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ - das ist und bleibt, wie ich meine, die größte Herausforderung für uns alle. Manche von uns vergessen das „wie dich selbst“ und verlieren die eigene Achtsamkeit. Viele von uns arbeiten sich bis an den Rand der Erschöpfung. Einer meiner Abschiedsgedanken ist, dass wir noch mehr aufeinander aufpassen müssen.

Ich danke allen, die auf mich aufgepasst haben.

Sieghard Schilling“

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24.11.2017



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