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BSF Hamborn 07 Top Fit

Offener Brief vom Leiter der Diakonie

Die Duisburg Medien berichteten über den Sportverein Hamborn 07. Dieser wollte den kleinen Töchtern einer Mutter den Zutritt zum Schnuppertanzkurs nur dann erlauben, wenn die Mutter ihr Kopftuch ablegen würde. In einem Offenen Brief wandte sich Pastor Stephan Kiepe-Fahrenholz, Leiter des Diakonischen Werkes Duisburg, an den Vorstand des Vereins.

Stephan Kiepe-Fahrenholz
c/o Diakonisches Werk Duisburg
Am Burgacker 14-16
47041 Duisburg

Herrn Udo Salzburger
Vorstand BSF Hamborn 07 Top Fit
Kaiser-Friedrich-Straße 162
47167 Duisburg

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Salzburger,

29. Dezember 2017

nachdem Sie als entschiedener Vertreter eines weltanschaulich neutralen Vereinssports einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden sind, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf folgenden Vorfall lenken:

Vor wenigen Tagen versuchte die Duisburger Bürgerin Verena K., ihre beiden Töchter zu einem Tanzkurs in dem hier seit 30 Jahren ansässigen Verein Hambornspor anzumelden. Frau K. trug - unübersehbar - um den Hals ein Goldkettchen mit einem Kreuz als Anhänger. Daraufhin wurde ihr und ihren Töchtern der Zutritt zum Verein verweigert.

Der Vereinsvorsitzende Murat A. verwies dazu auf die Satzung. Dort steht: "Der Verein hat zur Aufgabe, nach dem Grundsatz der Freiwilligkeit und unter Ausschluss von parteipolitischen, konfessionellen, beruflichen, rassischen und militärischen Gesichtspunkten den Sport zu fördern." Murat A. legt das so aus:" Wir verfolgen unter anderem eine religiöse und weltanschauliche Neutralität. Da eine christliche Frau das Kreuz symbolisch als Zeichen ihrer Frömmigkeit und damit als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur christlichen Religion trägt, können wir schon allein auf Grund der allgemeinen Gleichbehandlung hier keine Ausnahme machen."

Das Verhalten des Vereins Harnbornspor und insbesondere die Auffassung des Vorsitzenden Murat A., derzufolge die Vereinssatzung rechtlich vorrangig gegenüber dem Grundrecht auf freie Religionsausübung ist, stoßen in der Öffentlichkeit auf Kritik. Meine Bitte an Sie ist, Hambornspor und Murat A. gegen solche Kritik öffentlich nach Kräften in Schutz zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Kiepe-Fahrenholz

PS.: Dieses Offene Schreiben wird weiteren Personen zugänglich gemacht.

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02.01.2018



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