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Foto: Diakonisches Werk Duisburg, Andreas Reinsch Foto: Diakonisches Werk Duisburg, Andreas Reinsch

Diakonie-Danktag Ehrenamt

„Ein Geschenk mit blauer Schleife“

Inzwischen ist es schon eine gute Tradition, das dicke Dankeschön mit dem die Diakonie in Duisburg einmal im Jahr alle ihre Ehrenamtlichen feiert, die sich in den diakonischen Diensten und Einrichtungen und auch in den Gemeinden engagieren.

Zusammen kamen im Mittelmeidericher Gemeindezentrum deshalb knapp zweihundert Leute, die sonst in der Bahnhofsmission anderen die Tische decken, im Kindergarten etwas vorsingen, im Gefängnis Spielenachmittage organisieren oder im Altenbegegnungszentrum einen Smartphonekurs für „Silversurfer“ geben. An diesem Sonntag teilen sie keine Liedblätter aus und mussten auch das Essen nicht selber ranschaffen oder kochen. Sie nehmen zum Auftakt in der Kirche Platz, lauschen im Gottesdienst der festlichen Blasmusik und hören die Predigt des Diakoniegeschäftsführers Stephan Kiepe-Fahrenholz, der über den Umgang mit den Mitmenschen sprach. Dazu könnte jeder Ehrenamtliche ein eigenes Kapitel beitragen. Und tatsächlich scheint es in der Welt immer mehr als genug Beispiele für gelebte Bestialität zu geben, wie der furchtbare Anschlag auf die jüdischen Gläubigen in der Synagoge von Pittsburgh. Da fällt jeder Akt der Mitmenschlichkeit, der dagegen aufgeboten werden kann, doppelt ins Gewicht. Bedanken wollte sich auch Pfarrer Stephan Blank, der Assessor des Kirchenkreises Duisburg. Die moderne Form des Kronenkreuzes als Zeichen für die Diakonie lege, zumindest bei Konfirmanden, eine ganz einfache Deutung nahe, sagt Blank schmunzelnd. „Da sieht doch aus wie ein schön verpacktes Geschenk mit einer dicken blauen Schleife drum“, da seien sich die Konfis ganz sicher, wenn man sie frage. Aber auch für alle, die es besser wissen, nämlich dass das Kronenkreuz die Stilisierung der Buchstaben I und M für „Innere Mission“ enthält, aus der sich die moderne Diakonie entwickelte, behält die Deutung vom Geschenk ihren Charme und ihre Berechtigung. Die Ehrenamtlichen sind mit ihrer Zeit, ihrer Kraft und ihren Fähigkeiten freigiebig, das ist wahrlich ein schönes Geschenk, ob mit oder ohne Schleife. „Es muss ja auch nicht immer gleich eine dauerhaft Verpflichtung sein“, überlegt die Ehrenamtskoordinatorin der Diakonie in Duisburg Carmen Stanjohr, „man kann sich auch in ein kurzfristiger angelegtes Projekt einbringen.“ Wer dazu Ideen hat, der möge sie anrufen, damit man die zusammen umsetzten könne, schlägt sie vor. Und fügt rasch hinzu: „Wer noch keine Idee hat, soll doch auch anrufen, dann kommen wir schon gemeinsam drauf, welches Engagement passt.“ Im Saal genießen die Gäste ihr Mittagessen. Zum Dessert serviert die bekannte Duisburger Sängerin Anja Lerch ihr Mitsingprogramm. Spätestens bei „Freude schöner Götterfunken“ ist sie wieder Thema, die Mitmenschlichkeit. „Ja - wer auch nur eine Seele sein nennt auf dem Erdenrund! Und wer's nie gekonnt, der stehle weinend sich aus diesem Bund“, singt der spontane Ehrenamtschor. Die Mitsängerinnen haben sich durch die Bank in ihrem Engagement mit mehr als einer Seele befreundet und zeigen deshalb auch keine Neigung, in Tränen den Saal zu verlassen.

Text: Sabine Merkelt-Rahm

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29.10.2018



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