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„Schaufenster“ für gute Pflege

„Ruhrgebietskonferenz Pflege“ in Gelsenkirchen gegründet: 30 Pflegeunternehmen schließen Allianz zur Stärkung der Pflege im Ruhrgebiet – darunter sind auch zwei Gründungsmitglieder aus Duisburg: das Evangelische Christophoruswerk und die Evangelischen Sozialstationen. 

Pressemitteilung, 22. Februar 2019 - www.ruhrgebietskonferenz-pflege.de

Ruhrgebiet/Gelsenkirchen, im Februar 2019. 30 Pflegeunternehmen mit mehr als 15.000 Beschäftigten aus dem gesamten Ruhrgebiet haben in Gelsenkirchen die „Ruhrgebietskonferenz Pflege“ gegründet. Die Gemeinschaftsinitiative verbindet Arbeitgeber aus allen Verbänden und Trägerstrukturen. Unter dem Titel „Die Einflussnehmer“ wollen die Mitglieder zeigen, was gute Pflege im Ruhrgebiet schon heute leistet. Und sie wollen
Einfluss nehmen, damit das auch in Zukunft so bleibt. Am Montag, 8. April, stellt sich die „Ruhrgebietskonferenz Pflege“ im Wissenschaftspark Gelsenkirchen mit einem „Innovation Pitch“ vor. Den Impulsvortrag hält der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering. 

„Wir nehmen den Aufruf von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zur ,Ruhrkonferenz‘ ernst und wollen uns beteiligen,“ sagt Ulrich Christofczik, Geschäftsführer des Evangelischen Christophoruswerkes in Duisburg und einer von drei Sprechern der Allianz. Allerdings komme Pflege und Betreuung, einer der wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsfaktoren im Ruhrgebiet, in der von Laschet propagierten „Ruhrkonferenz“ nur am Rande vor, es habe dazu bisher auch keinen Kontakt zwischen der Landesregierung und den Pflegeunternehmen gegeben. „Wir haben die Nase voll, dass man ständig über uns spricht, aber nie mit uns. Deshalb sind wir selbst aktiv geworden“, beschreibt der Pflege-Experte den Gründungsimpuls der Gemeinschaftsinitiative.

Wir sind unabhängig und am Gelingen orientiert

„Die Pflegeunternehmen im Ruhrgebiet stellen täglich unter Beweis, wie gut sie Pflege können. Sie stehen für Qualität, Verlässlichkeit, Flexibilität und Innovationsbereitschaft,“ sagt Roland Weigel, Geschäftsführer der Konkret Consult Ruhr und Koordinator der Allianz. Die „Ruhrgebietskonferenz Pflege“, hervorgegangen aus den regionalen Kampagnen „Wir können Pflege“ und „Gute Arbeit – gute Pflege“, werde dem Thema eine selbstbewusste und vernehmliche Stimme geben – aus eigener Kraft, unabhängig und am Gelingen orientiert. Weigel: „Pflege und Betreuung im Ruhrgebiet sind viel besser als ihr Ruf in der Öffentlichkeit. Die Arbeitgeber warten nicht auf Düsseldorf oder Berlin, sie handeln.“ 

Wir können noch viel mehr

Wer genau wissen will, wie viele Pflegebedürftige aktuell im Ruhrgebiet versorgt werden, muss die Daten mühselig zusammensuchen. Eine Recherche-Anfrage bei den Statistikern des Regionalverbands Ruhr (RVR) wurde mit dem Hinweis „Fragen Sie doch mal bei den Wohlfahrtsverbänden nach“ beantwortet. Eine Suche
auf der Webseite der Metropole Ruhr zum Stichwort Pflege ergab keinen einzigen Treffer. Dabei sei das Ruhrgebiet doch geradezu ein Schaufenster für gute Pflege, wundert sich Claudius Hasenau, Geschäftsführer der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen und ebenfalls Sprecher der Initiative: „Auch ohne Unterstützung von Bund und Land entwickeln wir ständig innovative technische und
arbeitsorganisatorische Lösungen für attraktive Pflegearbeit, neue Leistungsangebote
und kundenorientierte Versorgungsmodelle. Gäbe es bessere Rahmenbedingungen
für die Pflege, könnten wir noch viel mehr!“ 


Wir sind viele

Die Zahlen sprechen für sich. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 (vor Einführung der neuen Pflegegrade) waren im Ruhrgebiet rund 100.000 Personen in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege beschäftigt. Das ergibt einen Prozentsatz von 5,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Damit liegt der Anteil
von Pflegepersonen höher als der von Beschäftigten in der für das Revier so bedeutsamen Metallbranche (4,1 Prozent). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit (2017). Regionalreport über Beschäftigte (Quartalszahlen). Stichtag: 31. Dezember 2017.)

Wir wollen Einfluss nehmen

Die Arbeitgeber verlieren keine Zeit, wenn es darum geht, sich auf diese tiefgreifenden Veränderungen einzustellen. „Wir warten nicht auf andere. Wir handeln jetzt und wollen Einfluss auf die Gestaltung von Rahmenbedingungen nehmen, bevor wir von ihnen gestaltet werden“, sagt Silke Gerling, Prokuristin bei der Diakonie Essen, zu den Zielen der Ruhrgebietskonferenz. Konkrete Handlungsfelder wurden bereits identifiziert. Die Ruhrgebietskonferenz fordert eine Entbürokratisierung auf breiter Front. Durch eine Bündelung der Entscheiderebene könnten zum Beispiel Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegekräfte entscheidend
vereinfacht werden. Frischer Wind gehöre auch in die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Kostenträgern und Unternehmen. Dringend erforderlich sei zudem eine bessere Vernetzung der Akteure am Arbeitsmarkt (bei Arbeitsagenturen und Jobcentern im Revier), um gezielt zuweisen, fördern und unterstützen zu können.
Auch die Überwindung der Versäulung durch branchen- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit und eine gemeinsame Umsetzung der Digitalisierung sollen angegangen werden.

 

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22.02.2019



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