Service

Die Synode bei ihrer Tagung im Christophoruswerk am 11.6.2016; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg Die Synode bei ihrer Tagung im Christophoruswerk am 11.6.2016; Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg

Evangelisches Kirchenparlament Duisburg tagte in Meiderich

Große Bestürzung und völliges Unverständnis über den Beschluss des Duisburger Integrationsrates

Wie in einem Parlament auf politischer Ebene, können auch Abgeordnete eines evangelischen Kirchenparlamentes Initiativanträge stellen. Anlass dazu gab auf der Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg am Samstag in Meiderich der Beschluss, den der Integrationsrat der Stadt Duisburg zu der vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Armenien-Resolution gefasst hat.

Die Abgeordneten des evangelischen Kirchenparlamentes votierten mit nur einer Gegenstimme für eine Erklärung, in der sie mit „großer Bestürzung und völligem Unverständnis“ von dem rechtswidrigen Beschluss des Integrationsrates Kenntnis genommen haben. Die Beschimpfung von demokratisch gewählten Mandatsträgern sei nicht nur sachlich absolut inakzeptabel, sondern zeuge „auch von einer menschenverachtenden Grundhaltung, mit der wir als Christinnen und Christen ebenso wie als Bürgerinnen und Bürger der Stadt nichts gemein haben wollen.“ In der Erklärung heißt es weiter: „Die Evangelische Kirche in Duisburg und viele ihrer Mitglieder setzen sich gemeinsam mit türkischstämmigen Migrantenselbstorganisationen und mit Moscheevereinen seit Jahrzehnten vertrauensvoll für die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger an der Stadtgesellschaft ein. Mitglieder des Integrationsrates, die sich hier in Deutschland offenbar wie ein verlängerter Arm der Regierung Erdogan verhalten, treten nicht nur die Integration mit Füßen, sondern spielen auch den rechten ausländerfeindlichen Populisten, die sich in unserem Land breitmachen, in die Hände. Wir setzen stattdessen weiter auf den Zusammenhalt all derer, die mit uns an einer zukunftsfähigen Gestaltung der Zuwanderungsgesellschaft arbeiten.“ Die Kreissynode dankt in der Erklärung denjenigen Ratsfrauen und Ratsherren, die als von ihren Fraktionen entsandte Mitglieder des Integrationsrates an dessen Abstimmung nicht teilgenommen haben, und wünscht sich, „dass möglichst viele Organisationen und Zusammenschlüsse von Bürgerinnen und Bürgern türkischer Herkunft öffentlich deutlich machen, dass sie sich von den Mitgliedern des Integrationsrates, die für den Beschluss verantwortlich sind, nicht vertreten fühlen.“
(Anm: Lesen Sie die Erklärung im Wortlaut im Download als PDF weiter unten auf dieser Seite)

Salvatorkirche


Zurück zur Tagesordnung votierten die Kirchendelegierten mit großer Mehrheit für eine Vereinbarung, die zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg und dem Kirchenkreis Duisburg geschlossen werden soll. Ihr Ziel ist die dauerhafte bauliche Unterhaltung der Salvatorkirche, die Bildung und Pflege eines breitaufgestellten Unterstützerkreises zum Erhalt der Salvatorkirche aus der Duisburger Stadtgesellschaft, die Realisierung eines vielfältigen Angebots der Duisburger Stadtkirche und die Sicherung des kirchenmusikalischen Schwerpunktes. Dazu soll ein Koordinierungsausschuss, besetzt aus Vertretern der Gemeinde Alt-Duisburg und des Kirchenkreises, Konzeptionsvorschläge erstellen und diese der Gemeinde und dem Kreissynodalvorstand vorlegen. Die erste Aufgabe des Koordinierungsausschusses steht schon fest: Er soll die Gründung eines Fördervereins Salvatorkirche vorantreiben. Bereits vor einem Jahr beschloss die Synode einstimmig, dass wegen der großen stadtbildprägenden Bedeutung der Salvatorkirche alle 15 Gemeinden und der Kirchenkreises Verantwortung für die Stadtkirche übernehmen. Dies drückt sich finanziell so aus: Die Kirchengemeinde Alt-Duisburg ist verpflichtet jährlich knapp 115.000 Euro als Substanzerhaltungspauschale für die Salvatorkirche einzustellen - eine Summe, die sie alleine nicht aufbringen kann. Nun geben seit dem Haushaltsjahr 2016 zur Deckung genau dieser Summe alle 15 Gemeinden und der Kirchenkreis einen Teil der ihnen zustehenden Kirchensteuern für die Instandhaltung der Salvatorkirche ab.

Verbindliche Zusammenarbeit der Gemeinden in den Regionalen Kooperationsräumen

Auf ihrer Tagung im November 2014 hatte die Synode die Bildung Regionaler Kooperationsräume beschlossen. Sie ordnete die 15 Kirchengemeinden den Kooperationsräumen Nord, Mitte und Süd zu. Die Gemeinden in den jeweiligen Regionen sollen durch eine bessere Vernetzung untereinander zu einer gemeinsame Personal- und Gebäudeplanung kommen, um auch in Zukunft mit ihren Angeboten in den Stadtteilen vertreten zu sein. Für diese Planungen mussten die drei Kooperationsräume eine rechtlich verbindliche Verfahrensregelung vereinbaren. Auf der Tagung der Synode wurde berichtet, dass alle drei Regionen sich für die Form der Vereinbarung entschieden haben. Der nun folgende Zeitplan für die 15 Gemeinden ist straff: Sie sollen bis zur Tagung im Sommer 2017 eine Gebäudeplanung für ihren Regionalen Kooperationsraum vorlegen. Aus dieser soll hervorgehen, welche Gottesdienststätten und Gemeinderäume die Kooperationsräume im Jahr 2030 noch vorhalten wollen und können. Auf der gleichen Tagung legen die Kooperationsräume Stellenbeschreibungen für die in 2030 verbleibenden Pfarrstellen vor. Diese sollen deutlich machen, wie die Arbeit auch mit deutlich mehr Gemeindegliedern pro Pfarrstelle geleistet werden kann und soll.

Bericht aus dem Partnerkirchenkreis


Einen Bericht aus dem Partnerkirchenkreis auf den Philippinen gab es für die Synodalen nicht nur in Wort, sondern auch illustriert mit vielen Fotos. Christiane Schmidt-Holzschneider, Mitglied des Kreissynodalvorstandes, sowie Pfarrerin Dr. Ruth Koßmann besuchten ihn im März 2016, hatten dort viele interessante Begegnungen und Gespräche und kamen mit vielen Eindrücken zurück. Der Synodenbericht ist auf www.kirche-duisburg.de nachzulesen. Die Kirchenkreispartnerschaft zur Southern Tagalog Conference/Philippinen besteht seit 1992. Mit dem Beschluss zur Verteilung der Mittel 2016 für die ökumenische Diakonie wiesen die Synodalen dem Partnerkirchenkreis Projektmittel in Höhe von 10.000 Euro zu.

Wahlen


Auch gegen Ende der Tagung waren die Delegierten aus Kirchenkreis und Gemeinden dazu aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben: Als Abgeordnete für die Landessynode wurden gewählt Jörg Hoffmann (1. Stellevertreter Klaus Andrees, 2. Stellvertreter Olaf Pütz), Simone Findt (1. Stellvertreterin Christiane Schmidt-Holzschneider, 2. Stellvertreterin Helga Kluth), und zur theologischen Abgeordneten Pfarrerin Anke Bender (1. Stellvertreter Pfarrer Stephan Blank, 2. Stellvertreterin Pfarrerin Barbara Melnik). Zudem gab es Wahlen für die Besetzung des Kirchensteuerverteilungsausschusses und des Nominierungsausschusses.

Stichwort Kreissynode:
Die Kreissynode leitet den Kirchenkreis. Sie ist vergleichbar mit dem Parlament auf politischer Ebene. Die Kreissynode setzt sich zusammen aus Pfarrerinnen und Pfarrerinnen und gewählten Presbyterinnen und Presbyter, die von den einzelnen Kirchengemeinden als Delegierte entsandt werden, sowie berufenen Mitgliedern. Laut Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland dürfen Theologen in einer Kreissynode nicht in der Mehrzahl sein. Die Kreissynode trifft sich in der Regel zweimal im Jahr und tagt ein oder zwei Tage.

Pressemitteilung des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, 11.6.2016

Mehr Informationen zum Evangelischen Kirchenkreis Duisburg gibt es auf www.kirche-duisburg.de

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

11.06.2016



© 2018, Diakonie für Duisburg
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.